Mythos Energieverbrauch: Ist Bitcoin eine Umweltsau?

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"Bitcoin verbraucht so viel Strom wie Argentinien." Diese Schlagzeile liest man oft. Ja, Bitcoin verbraucht viel Energie. Aber ist Stromverbrauch per se schlecht? Wir urteilen nicht über den Stromverbrauch von Wäschetrocknern, Weihnachtsbeleuchtung oder YouTube-Servern. Die Frage ist: Ist der Nutzen die Energie wert?

Der einzigartige Vorteil der Miner

Bitcoin Miner sind die einzigen industriellen Stromverbraucher, die völlig ortsunabhängig sind. Eine Aluminiumhütte muss dort stehen, wo Arbeitskräfte und Infrastruktur sind. Ein Bitcoin-Container kann mitten in der Wüste oder an einem Staudamm im Dschungel stehen. Sie suchen den billigsten Strom der Welt.

Und was ist der billigste Strom? Strom, den sonst niemand will (Überschuss).

Stranded Energy (Gestrandete Energie)

Weltweit wird riesige Mengen an Energie verschwendet, weil sie nicht transportiert werden kann:

Stabilisierung der Stromnetze

Wir bauen immer mehr Solar- und Windkraft. Das Problem: Die Sonne scheint oft dann, wenn wir wenig Strom brauchen (mittags), und nachts, wenn wir heizen, scheint sie nicht. Stromnetze brauchen Stabilität.

Bitcoin Miner sind die perfekte "Last-Batterie". Wenn zu viel Wind weht und die Preise ins Negative fallen, schalten sich Miner ein und nehmen den Strom ab (damit die Windräder nicht abgeschaltet werden müssen). Wenn das Netz überlastet ist, schalten sich Miner innerhalb von Sekunden ab. Sie machen erneuerbare Energien profitabler und das Netz stabiler.

Fazit

Bitcoin nutzt laut Studien bereits zu über 50% nachhaltige Energie – ein höherer Anteil als fast jede andere Industrie und sicherlich höher als das traditionelle Bankensystem. Bitcoin ist kein Umweltproblem, sondern ein Katalysator für grüne Energie.