Illustrativ Self-Custody Vererben

Relai, BitBox und Notfallplan

Szenario: Sparplan ohne Nachlass-Klarheit Typische Dauer: ca. 4 Wochen berufsbegleitend Fokus: Mentoring + Letter of Instruction
Hinweis: Illustratives Beispiel / typisches Szenario — kein dokumentierter Kundenfall. Keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Testament und Erbschaftsfragen gehören zum Treuhänder/Notar; hier geht es um technische Klarheit für Angehörige.

Ausgangslage (Szenario)

Stell dir vor: Jemand in der Schweiz spart seit einiger Zeit über Relai in Bitcoin. Relai ist non-custodial (eigene Keys in der App-Hot-Wallet) — trotzdem liegen grössere Beträge oft nur auf dem Handy, Seed und Hardware Wallet sind «irgendwann» geplant. Gleichzeitig gibt es Partner:in oder Kinder — und niemanden, der im Ernstfall wüsste, wo die Keys sind und wie man sie nutzt. Die Angst: Handy-Verlust oder ungeprüftes Backup — und ein digitaler Totalschaden für die Familie.

Ziel

Drei klare Ergebnisse: (1) laufende Käufe bleiben einfach, (2) Bestand liegt in Self-Custody mit getestetem Backup, (3) ein Letter of Instruction erklärt Angehörigen den Weg — ohne Seed Phrase im Testament.

Schritte (typischer Ablauf)

  1. Bestand & Risiko klären: Was liegt wo (App, Exchange, bereits eigene Wallet)? Welches Sicherheitsniveau ist realistisch — ohne Overnight-Multisig für Einsteiger?
  2. Kauf-Weg behalten: Relai bleibt für den Sparplan (Keys schon dein); Ziel ist nicht «App löschen», sondern grössere Bestände von der Hot-Wallet auf Cold Storage (BitBox) zu bringen.
  3. Hardware Wallet: BitBox02 einrichten — Firmware, PIN, Seed nur auf dem Gerät. Details im Hardware-Wallet-Artikel.
  4. Backup & Übung: Stahl-Backup an getrennten Orten; Wiederherstellung einmal trocken üben, bevor grosse Beträge bewegt werden — siehe Seed-Backup.
  5. Transfer in Tranchen: Grössere Relai-Bestände (und ggf. echte Börsen-Guthaben) auf die Hardware Wallet; Adresse immer am Display prüfen. Bei Relai ist das ein Wallet-zu-Wallet-Transfer — kein «Abheben von Relai-Custody».
  6. Letter of Instruction: Analoges Dokument: wo Geräte und Backups liegen, wie man die Wallet bedient, wer technisch helfen darf — ohne die 24 Wörter im Brief oder Testament. Optional: Vertrauensperson mit Erklär-Rolle (kein Key-Zugriff).
  7. Gespräch mit Angehörigen: Kurz erklären, dass digitale Werte existieren und der Brief der Wegweiser ist — ohne Technik-Seminar.

Angestrebtes Ergebnis

Cold StorageGrosse Beträge nicht nur auf der Relai-Hot-Wallet / dem Handy.
Backup getestetWiederherstellung geübt, bevor viel bewegt wird.
Nachlass-KlarheitLetter of Instruction — ohne Seed im Testament.

Am Ende dieses Szenarios weiss die Person, wie Käufe, Verwahrung und Notfallplan zusammenspielen — und Angehörige hätten im Ernstfall eine Schatzkarte statt einer Blackbox.

Wie Mentoring dabei hilft

Mehrere kurze Sessions: Setup und Backup ohne Zeitdruck; Seed Phrase bleibt immer bei der Person. Der Letter of Instruction wird inhaltlich strukturiert (Checkliste), aber nicht als Rechtsdokument ersetzt — für Testament und kantonale Fragen bleibt der Treuhänder/Notar zuständig. Nach Abschluss oft eine kurze Mail-Nachbetreuung.