Relai, BitBox und Notfallplan
Ausgangslage (Szenario)
Stell dir vor: Jemand in der Schweiz spart seit einiger Zeit über Relai in Bitcoin. Relai ist non-custodial (eigene Keys in der App-Hot-Wallet) — trotzdem liegen grössere Beträge oft nur auf dem Handy, Seed und Hardware Wallet sind «irgendwann» geplant. Gleichzeitig gibt es Partner:in oder Kinder — und niemanden, der im Ernstfall wüsste, wo die Keys sind und wie man sie nutzt. Die Angst: Handy-Verlust oder ungeprüftes Backup — und ein digitaler Totalschaden für die Familie.
Ziel
Drei klare Ergebnisse: (1) laufende Käufe bleiben einfach, (2) Bestand liegt in Self-Custody mit getestetem Backup, (3) ein Letter of Instruction erklärt Angehörigen den Weg — ohne Seed Phrase im Testament.
Schritte (typischer Ablauf)
- Bestand & Risiko klären: Was liegt wo (App, Exchange, bereits eigene Wallet)? Welches Sicherheitsniveau ist realistisch — ohne Overnight-Multisig für Einsteiger?
- Kauf-Weg behalten: Relai bleibt für den Sparplan (Keys schon dein); Ziel ist nicht «App löschen», sondern grössere Bestände von der Hot-Wallet auf Cold Storage (BitBox) zu bringen.
- Hardware Wallet: BitBox02 einrichten — Firmware, PIN, Seed nur auf dem Gerät. Details im Hardware-Wallet-Artikel.
- Backup & Übung: Stahl-Backup an getrennten Orten; Wiederherstellung einmal trocken üben, bevor grosse Beträge bewegt werden — siehe Seed-Backup.
- Transfer in Tranchen: Grössere Relai-Bestände (und ggf. echte Börsen-Guthaben) auf die Hardware Wallet; Adresse immer am Display prüfen. Bei Relai ist das ein Wallet-zu-Wallet-Transfer — kein «Abheben von Relai-Custody».
- Letter of Instruction: Analoges Dokument: wo Geräte und Backups liegen, wie man die Wallet bedient, wer technisch helfen darf — ohne die 24 Wörter im Brief oder Testament. Optional: Vertrauensperson mit Erklär-Rolle (kein Key-Zugriff).
- Gespräch mit Angehörigen: Kurz erklären, dass digitale Werte existieren und der Brief der Wegweiser ist — ohne Technik-Seminar.
Angestrebtes Ergebnis
Am Ende dieses Szenarios weiss die Person, wie Käufe, Verwahrung und Notfallplan zusammenspielen — und Angehörige hätten im Ernstfall eine Schatzkarte statt einer Blackbox.
Wie Mentoring dabei hilft
Mehrere kurze Sessions: Setup und Backup ohne Zeitdruck; Seed Phrase bleibt immer bei der Person. Der Letter of Instruction wird inhaltlich strukturiert (Checkliste), aber nicht als Rechtsdokument ersetzt — für Testament und kantonale Fragen bleibt der Treuhänder/Notar zuständig. Nach Abschluss oft eine kurze Mail-Nachbetreuung.